Montag, 25. August 2014

Nägemiseni, Eesti! Nägemiseni, Baltikumis!


Hallo Ihr Lieben
heute Nacht habe ich unter zwei Bettdecken geschlafen. Am letzten Tag unserer Reise ist es kalt und es regnet. Wir können damit leben, denn die ganze Woche hatten wir Glück mit dem Wetter. Den Vormittag führt uns Rutha, die uns zuvor im Bus mit Pralinen gefüttert hatte, durch die Altstadt von Tallinn. Lustige Namen haben hier die Wehrtürme: die dicke Margarethe, der lange Herrmann...mir hat es aber wieder einmal eine orthodoxe Kirche angetan, die Alexander-Newski-Kathedrale, die an die Herrschaft der Zaren erinnert. Überhaupt war Tallinn 700 Jahre lang unter fremder Herrschaft. Neben den Russen, haben sich auch Deutsche, Dänen, Schweden, Polen und Litauer des Landes bemächtigt. Ich tue mir schwer, die Esten irgendwo einzuordnen. Auf jeden Fall sind heute hier russische und skandinavische Einflüsse spürbar. Die estnische Sprache ist mit dem Finnischen und Ungarischen verwandt – ich verstehe allerdings Nullkommanix! Immerhin habe ich „Tere“ und „Aitäh“ gelernt, also „Hallo“ und „Danke“. Im Stadtbild wechseln sich Holzhäuser, moderne und historische Gebäude ab. Das ergibt eine wilde Mischung.
Und wie habe ich den Regennachmittag verbracht? Zunächst habe ich meine Eltern zum Mittagessen über den Dächern von Tallinn eigeladen, danach für Papa Medizin geholt, da er von Kopf bis Fuß angeschlagen ist. Das war übrigens ziemlich lustig mit der estnischen Apothekerin, der ich das Wort „Abführzäpfchen“ erklären durfte. Jaja, lasst eurer Fantasie ruhig freien Lauf;-) Ein weiteres Highlight war eine Reisegruppe aus der Karibik, die mal Regen haben wollte! Alles im Leben ist also eine Frage der Perspektive....
Danach habe ich eine private Galerie besucht, da auch hier montags die Museen geschlossen haben. Außerdem war ich Shoppen und habe mit Rotiga aus Indien gequatscht, die einen Souvenirshop mit ihrem Vater in Tallinn betreibt. Sie hat mir netterweise auch alle estnischen Euromünzen getauscht. Danke Rotiga! Nun werde ich packen und heute Abend noch mit ein paar Leuten aus der Gruppe ausgehen. Danke, dass Ihr mit mir auf Reisen ward und bis zum nächsten Mal;-) Eure Maggie














Sonntag, 24. August 2014

Estland: Temperatur, Natur und Kultur


Hallo Ihr Lieben,
ich habe gestern keinen Korb bekommen, ganz im Gegenteil;-) Leider haben einige Spieler letzte Nacht nicht viel Schlaf bekommen, sodass sie sich heute Finnland mit 71:67 geschlagen geben mussten.

Ich habe meinen Schönheitsschlaf im Bus auf dem Weg nach Estland nachgeholt. Dort ist übrigens Skype erfunden worden. Erster Stopp war heute in Sigulda, wo wir einen Nationalpark Gauja mit der sagenumworbenen Bischofsburg Turaida besucht haben. Sie ist 1214 im damaligen Livland erbaut worden und verfügte sogar über ein Heizungssystem. Die Liven haben aus Knochen Flöten gebaut und wunderbar das Schmiedekunstwerk beherrscht. Ich bin noch immer ganz fasziniert von dieser hoch entwickelten Kultur. Unter anderem schmückten die Liven Ziegelsteine mit den Pfotenabdrücken ihrer Haustiere. Alle Angestellten des Nationalparks tragen alte Trachten, sodass ich schnell in die Vergangenheit eingetaucht bin.

Auf dem Weg nach Pärna, wo sich der Lieblingsstrand der Esten befindet, haben wir die ehemalige Grenze passiert. Nur ein verlassenes Wärterhäuschen und Schilder erinnert noch an die Grenze. „Clo“ heißt übrigens „Zoll“ auf lettisch und nicht „Klo“:-). Im kleinsten baltischen Land (ca. 1 Mio. Einwohner) gibt es überwiegend Wälder und über 1000 Seen. Und es ist kälter.

In Pärna habe ich ein bisschen was über die Esten gelernt: Sie bewegen sich gerne. Der Strand ist mit allerhand Spielgeräten ausgestattet, an denen nicht nur Kinder ihren Spaß haben. Ich habe mir an der Strandpromenade ein Erwachsenen-Kettcar ausgeliehen. Damit kurven die Esten hier rum und machen gerne Vollbremsungen, wenn etwas Sand auf der Straße ist. In der Parkanlage nebenan gab es die nächste Überraschung. Ein paar Slackliner waren mit ihren Kunststücken beschäftigt. Einer von ihnen hat einen Salto rückwärts gemacht und ist auf der Slack wieder gelandet – Wahnsinn! Mit diesen Eindrücken verabschiede ich mich von euch, nehme noch ein estnisches Bertthuperl (siehe letztes Foto) zu mir. Morgen melde ich mich aus Tallinn.











Samstag, 23. August 2014

Riga spielt in einer anderen Liga


Hallo Ihr Lieben
was für ein ereignisreicher Tag liegt heute hinter mir! Eine einzigartige Altstadt mit Jugendstil vom Feinsten, mein erstes Mal im 5D-Kino und dann habe ich noch die Ukrainische Basketball-Nationalmannschaft im Hotel getroffen – also ein Tag mit Jugend-und Jungenstil;-) Doch nun der Reihe nach...
Gestartet sind wir heute mit einem leckeren Frühstück. Vor allem das dunkle Kümmel-Anis-Brot schmeckt uns hier hervorragend! Gestärkt ging es in die in die Altstadt von Riga, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört und wo die Häuser von Handwerkern und Künstlergilden gebaut wurden. Danach besuchen wir das Jungendstilviertel, das in meinen Augen in der Baukunst sogar die Metropolen Paris, Wien und Barcelona übertrifft. Es ist dank dem Architekten Michail Ossipowitsch Eisenstein in Stein gearbeitete Musik....
Nach den Mittagessen (Heringskaviar mit Kartoffelsalat) ist mein Besuch im KGB-Museum leider ins Wasser gefallen, weil alle Karten für den Tag schon ausverkauft waren. Zum Trost habe ich mit meiner Mama ein wenig geshoppt und Papa ist in Buchhandlungen und Galerien auf seine Kosten gekommen. Zum Abschluss in Riga habe ich meine Eltern noch ins 5D-Kino zu einem animierten Überflug über Riga eingeladen. Das war echt ein unvergessliches Erlebnis: die Sessel bewegten sich zu den 3D-Bildern mit und Wind, Wasser und Gerüche rundeten das sinnliche Erlebnis ab. Das legen wir drei euch wirklich ans Herz, falls ihr mal in Riga seid. Und als besonderes Extra gab es noch eine Schneckenausstellung - ein Wink mit dem Zaunpfahl an die lettische Regiereung, da es hier mit den Reformen nur langsam voran geht.
Auf dem Weg ins Hotel haben wir noch drei junge lettische Straßenmusikantinnen kennengelernt. Ihr Engelsgesang soll euch den Abend nun versüßen und die lettische Sprache näherbringen. Ich springe jetzt unter die Dusche, da ich noch auf einen Drink an der Bar mit den Basketballern verabredet bin. Hoffentlich bekomme ich keinen Korb;-)








 

Freitag, 22. August 2014

Der Glaube versetzt Berge - seht selbst!


Hallo Ihr Lieben,
heute sind wir von einem Regenbogen begrüßt worden in Richtung Lettland aufgebrochen. Kurz vor der Grenze (die seit dem EU-Beitritt Lettlands keine ist) besuchen wir noch das litauische Golgota, den Berg mit Tausenden von Kreuzen. Der Glaube versetzt wirklich Berge. Ich habe mir ein Wagnerkonzert auf meinem iphone angehört und bin durch den Kreuzwald gelaufen. Das wirkt wie ein riesiger Friedhof, obwohl hier Pilger die Kreuze mit Bitten und Danksagungen aufstellen. Im Grunde hat diese Stätte nichts mit dem Tod zu tun, aber die Stimmung ist morbide, weil Kreuze und andere Votivgaben verrotten. Ich habe mich da mal versteckt...
Das Tageshighlight ist aber das Schloss Rundale in Bauska, das im 16. Jahrhundert erbaut wurde und über die Jahrhunderte verschiedene Besitzer hatte. 138 Zimmer sind hier mit herrlichen Seidentapeten versehen. Über 4 Kilometer wurden dafür gewoben! Hinzu kommen Originalmöbel, dt. Porzellan und eine gepflegte Gartenanlage, dessen Herzstück ein begrüntes Amphitheater bildet. Hier tummeln sich Hochzeitsgäste aus aller Welt und ein paar japanische Touristinnen waren nach einem „Konitschiwa“ sogar bereit, für mich zu posen. 
Kurz vor der Abfahrt hat ein Hund unsere Weiterfahrt vereitelt. Erst nach etwas Russischbrot von einer Mitreisenden machte er die Parklatzausfahrt für uns frei. Ein sehr schlauer Hund – erpresst auf einfache Art und Weise 30 Erwachsene! Von Riga sehen wir heute noch nicht viel, da wir spät im Hotel ankommen, aber ich freue mich jetzt schon auf die Kulturhauptstadt Europas 2014. Bis Morgen dann.














Donnerstag, 21. August 2014

Thomas Mann in Nida und ich war dochda;-)

Guten Morgen, 
geschlafen haben wir heute in einem umgebauten Fabrikgebäude, mussten aber schon sehr früh aufstehen, da wir heute über 300 km im Bus zurückgelegt haben. Von Vilnius ging es heute über Klaipeda nach Nida, wo Thomas Mann sein Feriendomizil hatte. Die Überfahrt mit der Fähre über die Memel war kurz, aber mit den vielen Möwen schon ein unvergessliches Erlebnis. Sie sind superfrech und fliegen Menschen direkt an. Unser Busfahrer ist ein wahrer Artist am Steuer und parkte den Bus auf der Fähre millimetergenau ein. Was sich zudem erst heute herausstelle: Er heißt Boleslaw und kommt aus Polen.

Auf dem Weg zu Thomas-Mann Haus in Nida, das nur 3 Kilometer von der russischen Grenze entfernt liegt, haben wir noch die kurische Nehrung besucht. Sie trennt das kurische Haff von der Ostsee. Highlight hier: Wanderdünen, die wir schon bei herbstlichen Temperaturen erleben dürfen. Ein paar Kilometer weiter machen wir Halt an der Ostsee. Die Wellen sind wild und der Strand ganz leergefegt. Ich bedauere, dass ich meinen Neopren und das Bodyboard nicht dabei habe. Das wäre ein Tanz in den Wellen geworden! 

Dann schauen wir uns gemütlich Nida an, ein verschlafenes Nest mit Holzhäusern, die auch in Holland stehen könnten. Bezaubernd sind die reetgedeckten Dächer, die mich an meine Freundin Helga erinnern, die in Eckernförde lebt. 

Und dann kommt mein persönlicher Höhepunkt des Tages: die Skruzdynes 17 in Nida, Lietuva (Adresse). Ich seile mich von der Gruppe etwas früher ab und kann das kleine Multimediamuseum und die Ausblicke für mich ganz allein genießen. Liebevoll haben die Litauer hier die Zeitzeugnisse von ihm gesammelt, wenn auch nur in Kopie. Es ist ein Rückzugsraum und natürlich hatte Katia Mann die Kinder tagsüber voll im Griff, sodass der Herr Papa im Haus und vom Strandkorb aus arbeiten konnte. Ich möchte nicht wissen, wie viele Millionen Seiten dieses Genie zu Lebzeiten geschrieben hatte, aber eines wird mir hier klar: Um ein großes Werk zu schaffen, bedarf es der Abgeschiedenheit, einer perfekten Organisation durch den Partner und enormer Selbstdisziplin. Also ein Thomas Mann werde ich bestimmt nicht, aber eine Maggie Frau;-)