geschlafen
haben wir heute in einem umgebauten Fabrikgebäude, mussten aber schon sehr früh
aufstehen, da wir heute über 300 km im Bus zurückgelegt haben. Von Vilnius ging
es heute über Klaipeda nach Nida, wo Thomas Mann sein Feriendomizil hatte. Die
Überfahrt mit der Fähre über die Memel war kurz, aber mit den vielen Möwen
schon ein unvergessliches Erlebnis. Sie sind superfrech und fliegen Menschen
direkt an. Unser Busfahrer ist ein wahrer Artist am Steuer und parkte den Bus
auf der Fähre millimetergenau ein. Was sich zudem erst heute herausstelle: Er
heißt Boleslaw und kommt aus Polen.
Auf dem Weg zu Thomas-Mann
Haus in Nida, das nur 3 Kilometer von der russischen Grenze entfernt liegt,
haben wir noch die kurische Nehrung besucht. Sie trennt das kurische Haff von
der Ostsee. Highlight hier: Wanderdünen, die wir schon bei herbstlichen
Temperaturen erleben dürfen. Ein paar Kilometer weiter machen wir Halt an der
Ostsee. Die Wellen sind wild und der Strand ganz leergefegt. Ich bedauere, dass
ich meinen Neopren und das Bodyboard nicht dabei habe. Das wäre ein Tanz in den
Wellen geworden!
Dann schauen wir uns gemütlich Nida an, ein verschlafenes Nest
mit Holzhäusern, die auch in Holland stehen könnten. Bezaubernd sind die
reetgedeckten Dächer, die mich an meine Freundin Helga erinnern, die in
Eckernförde lebt.
Und dann kommt mein persönlicher Höhepunkt des Tages: die
Skruzdynes 17 in Nida, Lietuva (Adresse). Ich seile mich von der Gruppe etwas
früher ab und kann das kleine Multimediamuseum und die Ausblicke für mich ganz
allein genießen. Liebevoll haben die Litauer hier die Zeitzeugnisse von ihm
gesammelt, wenn auch nur in Kopie. Es ist ein Rückzugsraum und natürlich hatte
Katia Mann die Kinder tagsüber voll im Griff, sodass der Herr Papa im Haus und
vom Strandkorb aus arbeiten konnte. Ich möchte nicht wissen, wie viele
Millionen Seiten dieses Genie zu Lebzeiten geschrieben hatte, aber eines wird
mir hier klar: Um ein großes Werk zu schaffen, bedarf es der Abgeschiedenheit,
einer perfekten Organisation durch den Partner und enormer Selbstdisziplin.
Also ein Thomas Mann werde ich bestimmt nicht, aber eine Maggie Frau;-)





Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen